Auf der Pester Seite der Donau, unweit des Parlaments, befindet sich eines der bewegendsten Denkmäler Budapests: „Schuhe am Donauufer“. Dieses Mahnmal erinnert an eines der dunkelsten Kapitel des Zweiten Weltkriegs – die Zeit nach der Machtübernahme der Pfeilkreuzler von 1944 bis 1945. Damals wurden Tausende jüdische Zivilisten an diesem Ufer erschossen und in die eisige Donau gestoßen. Ihre Schuhe blieben zurück. Das 2005 enthüllte Denkmal, geschaffen vom Filmregisseur Can Togay und dem Bildhauer Gyula Pauer, greift genau dieses Bild auf. Die Reihe von 60 gusseisernen Schuhen berührt selbst flüchtige Betrachter zutiefst.
Im Hintergrund erhebt sich das Ungarische Parlamentsgebäude – das nicht nur für Budapest, sondern für ganz Ungarn eines der wichtigsten Symbole ist. Der Sitz der Nationalversammlung wurde von Imre Steindl entworfen; der Bau begann 1885 und wurde 1902 abgeschlossen. Zur Zeit seiner Fertigstellung war es das größte Parlamentsgebäude der Welt und zählt noch heute zu den größten Europas. Es ist 268 Meter lang, 123 Meter breit und verfügt über mehr als 690 prunkvoll gestaltete Räume.
Besonderer Wert wurde auf die Verwendung nahezu ausschließlich ungarischer Baumaterialien gelegt, mit nur wenigen importierten Marmorsäulen. Neben der neugotischen Fassade besticht das Innere durch reich geschnitzte Holzvertäfelungen, Fresken und Buntglasfenster. Das markanteste Element ist die 96 Meter hohe Kuppel. Sie beeindruckt nicht nur architektonisch, sondern hat auch eine symbolische Bedeutung: Sie verweist auf das Jahr der ungarischen Landnahme (896) und das tausendjährige Erbe der Heiligen Krone.
Teile des Parlaments sind für Besucher zugänglich, insbesondere die Kuppelhalle, in der die Heilige Krone Ungarns sowie die Krönungsinsignien – Reichsapfel, Zepter und Schwert – ausgestellt sind. Diese wurden bei der Krönung von König Stephan dem Heiligen im Jahr 1000 n. Chr. verwendet, dem Begründer des christlichen ungarischen Staates. Der Legende nach erhielt Stephan die Krone als göttliche Eingebung Papst Silvester II.
Nach Jahrhunderten bewegter Geschichte wurde die Heilige Krone im Jahr 1978 aus den Vereinigten Staaten nach Ungarn zurückgebracht.
Zu Ehren des Heiligen Stephan feiert Ungarn jedes Jahr am 20. August einen Nationalfeiertag, der von einem spektakulären Feuerwerk über der Donau gekrönt wird – ein europaweit einzigartiges Ereignis. MAHART bietet zu diesem Anlass auch spezielle Dinner-Kreuzfahrten an, die den besten Blick auf das festliche Panorama ermöglichen.